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Hilfen zum Schlafen die für keinen eine echte Hilfe sind !

Im Moment macht ein Flyer die Runde (und liegt sogar in Kinderarztpraxen aus) dem ihr jetzt diesen langen Beitrag zu verdanken habt.
„Hilfen zum Schlafen“
nennt sich das Ganze und ist eine Anleitung für Eltern, ihren Kindern das Ein- und Durchschlafen beizubringen. Ja ... das Thema Schlafen und Kinder ist ein Dauerbrenner und die Fragen, die Eltern sich stellen sind seit Jahren immer die selben.
Und das ist so, weil es eben beispielsweise immer noch solche Flyer gibt.
Weil man Eltern immer noch erzählt, das man unseren Kindern das Schlafen beibringen muss.
Was aber eigentlich heißt, wir sollen die Schlafgewohnheiten unserer Kinder schnellstmöglich an unsere eigenen anpassen. Und das auch gerne mit ordentlich Druck!
Dabei sind die Schlafgewohnheiten unserer Kinder ja grundsätzlich nicht pathologisch oder unnormal.
Sie sind eben nur nicht synchron mit denen Erwachsener.
Also versuchen wir Eltern unser Bestes, um unseren Kindern den Erwachsenenschlaf schmackhaft zu machen.

Und was machen unsere Kinder?
Jedenfalls nicht das, was man uns versprochen hat.
Die können nämlich mit einem „erwachsenen“ Schlafrhythmus nix anfangen.
Und da sie uns das nicht ausführlich erklären können (und wegrennen können sie auch nicht), bleibt ihnen nichts anderes übrig, als es lauthals rauszuschreien.
"Nein … ich bin noch nicht müde! Nein … ich hab doch noch Hunger! Nein … geh noch nicht weg ich hab Angst alleine!"
Und ich als Mama oder Papa steh dann da, völlig übernächtigt mit klingelnden Ohren und fühle mich nutzlos und machtlos. Weil irgendjemand, der sich mit der Entwicklung des Schlafbedarfs des Menschen in seinen jeweiligen Entwicklungsstufen null auskennt, einen Flyer schreibt, auf dem doch steht wie es geht … und ich es aber nicht gebacken bekomme.
Danke … FÜR NIX!
Damit euch dieser Flyer oder alles was dem ähnelt, euch nicht mehr verunsichern kann, habe ich mich mal hingesetzt und (ich gebe zu sehr lang) kommentiert, was da so geschrieben steht.  

Hier also zuerst einmal der Flyer in seiner eigentlichen Fassung —>>>>

Hilfen zum Schlafen:

Legen Sie ihr Kind immer wach(!) ins Bett.
Vorher braucht es ein immer wiederkehrendens Einschlaf-Ritual (Schmusen, Vorlesen, Singen, Beten usw.) mit deutlichem Schlusspunkt, der vom Kind nicht verändert wird.

Tragen Sie Ihr Kind ca. 15 – 30 Minuten vor dem Einschlafen nicht mehr herum.

Geben Sie Ihrem Kind keine Flasche, möglichst auch keinen Schnuller o.ä. ins Bett. Ein Schmusetier, -puppe oder -tuch sind aber mögliche Hilfen.

Gute Schlafenszeiten zwischen dem 6. und etwa 18. Lebensmonat sind meist etwa von 20 – 7 Uhr, von 10-11.30Uhr und von 14.30 – 16Uhr.

Vor dem Vormittagsschlaf sollte ihr Kind etwa 3 Stunden wach sein. Vor dem Nachtschlaf sollte die längste (!) Wachzeit liegen.

Wenn Ihr Kind gelernt hat, nachts etwas zu trinken zu bekommen, sollte zunächst die Trinkmenge innerhalb einer Woche nach einem klaren Plan reduziert werden.

Wenn Ihr Kind gelernt hat, im Bett zu schreien, muss es verlernen, dass es mit dem Schreien erreichen kann, was es will. – Das geht am Besten dadurch, dass Sie ihm nach einem genau festgelegten Plan regelmäßige Zuwendung geben. Dadurch verhindern Sie, dass es sich allein und verlassen vorkommt. Zeigen Sie ihm, dass „alles in Ordnung ist und Sie da sind“.
So dürfen Sie mit ihm reden, es streicheln und auch wieder hinlegen, wenn es sich hingestellt hat.
Nehmen Sie Ihr Kind aber nicht auf den Arm!
Bleiben Sie nicht länger als 1 – 2 Minuten im Zimmer.
Wenn Ihr Kind sehr wütend reagiert, gehen Sie um so schneller wieder aus dem Zimmer.

 

Dieser Plan gilt tags, abends und in der Nacht, bis Ihr Kind einschläft.
Die ersten 2 oder 3 Nächte (höchstens 8) sind in der Regel nicht einfach.
Aber nach wenigen Nächten lernt Ihr Kind, wie es allein einschläft, ohne verlassen zu sein. 

Weitere Hinweise:

Manchmal ist es sinnvoll, dieses Programm zunächst nur beim Einschlafen und erst später beim nächtlichen Aufwachen durchzuführen.
Wenn Ihr Kind beim Mittagsschlaf nach 1 Stunde Protest immer noch wach ist, sollten Sie es aus dem Bett holen und versuchen, es bis zur nächsten vorgesehenen Schlafenszeit wach zu halten.
Wenn Ihr Kind nachts geschrien hat, sollte es trotzdem morgens zur normalen Zeit geweckt werden, damit sich sein Rhythmus nicht verschiebt.
Sehr selten sind Kinder beim Schreien so wütend, dass sie vor Wut würgen oder erbrechen.
Dann sollten Sie Ihr Kind umziehen ohne das Erbrechen zu kommentieren und mit dem Plan weitermachen (sonst könnte Ihr Kind lernen, das Erbrechen als Druckmittel einzusetzen.)

So … alle einmal tief durchatmen! Schauen wir uns das Ganze mal genauer an!

"Hilfen zum Schlafen" Worum geht es eigentlich?
Geht es hier um Kinder mit einem pathologischen Schlafverhalten? Geht es darum, das Kind so schnell wie möglich an die Schlafgewohnheiten der Erwachsenen anzupassen? Legt man dabei den Fokus auf das Kind oder die Eltern? Was ist das Ziel? Dem Kind einen für sein Alter optimalem Schlaf zu ermöglichen? Oder den Eltern Handlungsweisen an die Hand zu geben, mit denen sie das Ziel die Kinder schnell an den Erw.Rhythmus zu gewöhnen, zu erreichen? Um wen geht es eigentlich? Um die Kinder oder um die Erwachsenen. Wessen Ziele sollen mit diesem hilfreichen Flyer erfüllt werden?

Legen Sie ihr Kind immer wach(!) ins Bett.
Kann man so machen … muss man aber nicht!
Für ältere Kinder, die schon die Erfahrung gemacht haben, das sie alleine sicher einschlafen können oder Babys, die das einschlafen ohne das sie dazu gedrängt werden von alleine machen, sicher eine Option.
Alle anderen brauchen noch die Co-regulation der Bezugsperson, bis sie diese Sicherheit fest verankert haben. Besonders Säuglinge sind noch ganz auf Urinstinkt eingestellt. Ich schlafe doch nicht einfach irgendwo ein, wenn ich mir nicht sicher sein kann, das in dieser Zeit jemand da ist der auf mich aufpasst und mich in Sicherheit bringen kann, wenn etwas passiert. Ich würde mir beispielsweise wünschen, das sich mein Baby laut meldet, wenn ich es mal irgendwo vergesse und nicht selig einschläft…ihr wisst was ich meine…

Vorher braucht es ein immer wiederkehrendens Einschlaf-Ritual (Schmusen, Vorlesen, Singen, Betenn usw.) mit deutlichem Schlusspunkt, der vom Kind nicht verändert wird.
Der erste Teil ist absolut sinnvoll. Kinder brauchen stetige Wiederholungen, um Sicherheit aufzubauen, Vorgänge gut im Hirn zu verankern., Eine Einschlafsituation die also mit einem positiven Gefühl einhergeht und mit etwas angenehmen eingeleitet wird, kann von unserem Kind immer wieder als solche erkannt werden. Wir zeigen unseren Kindern im Grunde immer wieder…es ist alles ok…schlafen ist echt was Schönes…wir kommen jetzt mal alle etwas runter und dann ab ins Traumland…und du wirst sehen… wenn du aufwachst ist immer noch alles ok und wir sind da. Sicherheit durch Wiederholung!!!
„ mit deutlichem Schlusspunkt, der vom Kind nicht verändert wird“ Da wird den Eltern etwas aufgehalst, was sie nicht oder nur sehr schwer erfüllen können. Wir sind Menschen und keine Roboter die man programmiert und dann läufts (und selbst da gibt es Bugs). Wie der Mensch einschlafen kann, hängt  von  vielen Einflüssen ab, die eben nicht jeden Tag gleich sein können.
Der größte Faktor bin ich übrigens selbst!
Bin ich angespannt, aufgeregt … what ever, riecht und spürt mein Kind -> das etwas nicht stimmt.
Und feinfühlig und emphatisch wie unsere Kinder nun mal sind, bleiben sie dann auf Alarmstellung.
Passen auf uns auf, nicht das uns noch was passiert! Ich leg mich ja auch nicht schlafen, wenn ich rieche das es in der Nähe brennt und ich dann sogar noch das knistern des Feuers hören kann. Denn so ist es für das Kind.
Also ist es völlig normal, das es mal länger dauert und manchmal pennen unsere Kinder schon ein, obwohl ich grade noch ne Windel mache.

Tragen Sie Ihr Kind ca. 15 – 30 Minuten vor dem Einschlafen nicht mehr herum.
Auch hier: hinterfragt was das eigentlich bewirken soll!
Wie könnte sich das Tragen meines Kindes 15-30Minuten vor dem eigentlichen Hinlegen negativ auf den Schlaf auswirken? Fällt irgendwem etwas plausibles ein? Bei Körpernähe die unser Kind genießt … also beim Kuscheln … schüttet der Körper Oxytocin aus. Ein wunderbares körpereigenes Stöffchen, welches auch Bindungs- oder Kuschelhormon genannt wird. Es verstärkt das Gefühl von Vertrauen und Bindung und reduziert Stress. Genau darauf sollt ihr jetzt … kurz vor dem Schlafengehen verzichten? Für wen das Sinn macht, der kuschelt eben nicht … alle anderen … natürlich könnt ihr eure Kinder in den Schlaf Tragen und Kuscheln und so den natürlichen Benefit mitnehmen.

Geben Sie Ihrem Kind keine Flasche, möglichst auch keinen Schnuller o.ä. ins Bett. Ein Schmusetier, –puppe oder -tuch sind aber mögliche Hilfen.
Stillen … Flasche geben und den Schnuller immer wieder angeben müssen, bedeutet Arbeit für die Eltern, wollen wir nicht … machen wir nicht! Einen nachgewiesenen direkten Schaden richtet es bei unseren Kindern zwar nicht an, wenn wir Einschlafstillen, Flasche geben oder einen Schnuller anbieten … aber darum geht es ja auch nicht, wie es scheint. Für alle die auch hier nicht auf das kleine Supertool Oxitocin verzichten möchten, bitte gerne in den Schlaf stillen oder die Flasche geben. Beim Schnullern/saugen sorgt Das Hormon Cholecystokinin dafür, das sich ein Sättigungsgefühl einstellt und unser Kind müde wird. Warum sollte unser Körper so etwas zur Verfügung stellen, wenn wir es nicht nutzen dürften?

"Ein Schmusetier, -puppe oder -tuch sind aber mögliche Hilfen."
Nicht, wenn ich nicht möchte, das sich mein Kind in der Nacht in irgendetwas verheddert oder ins Gesicht drückt. Es unterstreicht wieder die Haltung: Hier nimm das und komm alleine klar!

Gute Schlafenszeiten zwischen dem 6. und etwa 18. Lebensmonat sind meist etwa von 20 – 7 Uhr, von 10-11.30Uhr und von 14.30 – 16Uhr.
Nein , einfach Nein! Gut für wen?
Kinder in diesem Alter (und auch später noch) sind unter anderem abhängig vom Tageslicht.
Schon mal was vom Modell der 2-Prozess-Schlafregulation des Züricher Schlafforschers Alexander Borbely gehört?
Tja die Verfasserin dieses Flyers wohl auch nicht.
Hier gibt es 2 Prozesse, die Schlaf und Wachsein beim Menschen regulieren. Der erste ist der zirkadiane Prozess, also die innere Uhr. Ein regelmäßiger, schlafunabhängiger Prozess der hauptsächlich über den Einfluss von Licht gesteuert wird und es uns so ermöglicht tagsüber wach zu sein und nachts zu schlafen. Dieser Prozess ist schon nach der Geburt funktionstüchtig. (Quelle: Benz C. Zürcher Beratungskonzept in Stufen Kinder und Jugendmedizin 2019;19: 159-167))
Wir können unseren Kinder helfen in diesen Tag-Nacht Rhythmus zu finden, der ja auch nichts anderes ist, als etwas das sich stetig wiederholt. Ist es Abends nicht mehr zu laut, und der Tag war nicht zu aufregend, die Kleinen haben vor dem Schlafengehen nichts gegessen, was sie noch ewig mit der Verdauung aufhält…hilft das sicherlich gut in den Schlaf zu finden.
Der zweite Prozess ist der homöostatische.
Während der Mensch wach ist, häuft sich eine sogenannte Schlafschuld an. Je länger wir wach sind, desto müder werden wir und desto tiefer und länger schlafen wir dann. Der geringe Schlafdruck nach dem Aufwachen kompensiert die hohe zirkadiane Müdigkeit am Morgen und der im Verlauf des Tages zunehmende Schlafdruck gleicht die zirkadiane Wachheit am Abend aus. (WIN-WIN-Situation)
Diese beiden Prozesse sind aber nicht sofort aufeinander abgestimmt. Sie gleichen sich erst im Verlauf des ersten Jahres an. Das merkt man auch daran, das man kleine Kinder abends nicht länger wachhalten kann, mit dem Ziel das sie morgens länger schlafen. Im Gegenteil steigt bei unseren Babys die Schlafschuld immer sehr schnell und wird dann auch schnell Abgebaut. Sprich unsere Babys nehmen sich tagsüber immer mal wieder eine kleine Auszeit. Wir kennen das als Powerneps und den allbekannten Schlaf nach 17:30Uhr, der alle Eltern immer ganz wuschig werden lässt.
So strenge Zeiteinheiten lassen sich im Alltag einfach nicht umsetzen. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle, ob mein Kind abends gut in den Schlaf kommt und wie tief und lange dieser dann letztendlich ist. Ganz zu schweigen, das man auch berücksichtigen muss, das jeder Mensch einen unterschiedlichen Schlafbedarf hat und das nicht nur am Alter festzumachen ist.

Vor dem Vormittagsschlaf sollte ihr Kind etwa 3 Stunden wach sein. Vor dem Nachtschlaf sollte die längste (!) Wachzeit liegen.
Hier hat man wohl die Idee der Schlafschuld aufgegriffen sich aber nicht weiter eingelesen.


Wenn Ihr Kind gelernt hat, nachts etwas zu trinken zu bekommen, sollte zunächst die Trinkmenge innerhalb einer Woche nach einem klaren Plan reduziert werden.
Wenn damit ein 5jähriges Kind gemeint ist, was nachts um 3 wach wird und ne Flasche will…ok.
Dann gucken wir mal das wir das ganz langsam so reduzieren, das der kleine Körper die Nacht zum Schlafen nutzen kann. Reden wir aber über Säuglinge ist die Sache eine andere. Hier wird nix „gelernt“ hier wird die zum optimalen Wachstum benötigte Nahrungsmenge zur Verfügung gestellt.
Und ja, besonders im ersten Jahr brauchen unsere Kinder auch nachts etwas zu essen. Ich weiß, man soll nicht immer den „Tiervergleich“ heranziehen, aber Leute, jeder der mal einen Welpen oder wie ich zig Vogeljunge durchgebracht hat, weiß… da ist man im 2 Stunden-Takt beschäftigt…auch NACHTS!!! So wachsen wir halt.

Wenn Ihr Kind gelernt hat, im Bett zu schreien, muss es verlernen, dass es mit dem Schreien erreichen kann, was es will.
Beachtet man was wir vorher gelesen haben, lernt hier kein Kind im Bett zu schreien, sondern unsere Kinder können sich durch uns so sicher fühlen, das sie auch in den Schlaf finden. Was Eltern irritiert ist, das Kinder dabei auch mal schreien, also weinen, quängeln…wie auch immer man es nennen möchte.
Dabei ist es ein körperlich gut durchdachtes Konzept vor dem Schlaf erst einmal allen Druck und Stress des Tages rauszulassen und ihn eben nicht mit in den Schlaf zu nehmen. Und ja, je kleiner unsere Kinder sind, bleibt ihnen eben nur das weinen. Alles einfach nochmal rauslassen. So und jetzt stellt ihr euch bitte alle einmal vor, das euer Kind das also nur nutzt um danach gut zu schlafen. Und ihr geht hin und legt euer schreiendes Kind, wach …alleine ins Bett und geht! (Wird mir schon leicht übel) Da liegt euer Kind dann, wollte eigentlich grade Stress abbauen und ihr geht hin und kurbelt das Ganze nochmal so richtig schön an. Statt Druck abzubauen erhöht ihr ihn bis zum Anschlag. Ja … gut durchdachtes Konzept. NICHT.
„Ja, aber das klappt doch auch manchmal“ sagen jetzt einige. Stimmt. Aber was passiert da wirklich und zu welchem Preis. Unser Körper schaltet auf Notsystem um, wenn es bedrohlich für uns wird. Und für einen Menschen der sich nicht selber versorgen kann wird es lebensbedrohlich, wenn er merkt, das er die Nacht alleine überstehen muss und auch nicht weiß, wann und ob nochmal jemand zur Hilfe kommt. Die Atmung wird langsamer, der Herzschlag geht runter, der Körper schaut, das er nicht mehr unnötig Kalorien verbraucht etc.
Das ist eine praktische Sache, darf aber doch nicht die Lösung dafür sein unsere Kinder so schnell wie möglich in den Schlaf zu bekommen.

Das geht am Besten dadurch, dass Sie ihm nach einem genau festgelegten Plan regelmäßige Zuwendung geben. Dadurch verhindern Sie, dass es sich allein und verlassen vorkommt. Zeigen Sie ihm, dass „alles in Ordnung ist und Sie da sind“. So dürfen Sie mit ihm reden, es streicheln und auch wieder hinlegen, wenn es sich hingestellt hat. Nehmen Sie Ihr Kind aber nicht auf den Arm!
Spätestens jetzt kommen wir an einen Punkt, wo es langsam wirr wird.
Wir haben festgestellt, Schlaf nach festem Plan ist für unseren Körper nicht vorgesehen. Man wird abhängig von verschiedenen Faktoren müde und braucht auch unterschiedlich viel Schlaf. Jetzt aber auch noch die Zuwendung nach Plan ?
Nach dem Motto: 3 mal am Tag eine kleine Dosis Zuwendung reicht, um eine ausreichend feste Bindung zu unserem Kind aufzubauen. Eine Überdosierung führt zu unerwünschtem Verhalten seitens ihres Kindes und ist deshalb zu unterbinden.
Ich sag euch ganz klar: Kuschelt eure Kinder, knuddelt und wuddelt sie, bis sie euch zeigen, das sie genug haben!

Bleiben Sie nicht länger als 1 – 2 Minuten im Zimmer. Wenn Ihr Kind sehr wütend reagiert, gehen Sie um so schneller wieder aus dem Zimmer.
Was haben wir gelernt? Eure Kinder sind nicht wütend!!! Sie haben Angst und Panik, wenn ihr einfach geht! Woher sollen sie wissen, das ihr (wahrscheinlich selber heulend) vor der Tür steht. Und sie wissen übrigens auch nicht, das man sie über das Babyphon hört und mittlerweile ja auch sieht. Die Kleinen denken sie sind allein und brauchen die stetige Rückversicherung, das wir für sie da sind. Und wenn wir ihnen die Möglichkeit geben zu lernen, das wir sie hören und dann auch für sie da sind, können unsere Kinder auch loslassen. Wenn unsere Kinder wissen, das sie sich auf uns verlassen können, müssen sie das auch nicht mehr ständig prüfen.

Wie lange Sie warten sollten, bevor Sie kurz zu Ihrem Kind gehen:
Was macht ihr mit so einem Plan??? Richtig …fott damit!!! 

Wenn Ihr Kind beim Mittagsschlaf nach 1 Stunde Protest immer noch wach ist, sollten Sie es aus dem Bett holen und versuchen, es bis zur nächsten vorgesehenen Schlafenszeit wach zu halten. Wenn Ihr Kind nachts geschrien hat, sollte es trotzdem morgens zur normalen Zeit geweckt werden, damit sich sein Rhythmus nicht verschiebt.
Wenn mein Kind mittags noch nicht müde genug war, wenn die Schlafschuld noch nicht hoch genug war, dann wird es nicht schlafen. Oder es ist zwar müde, aber es braucht noch etwas Zeit um runterzukommen. Beeinflussende Faktoren sind ausschlaggebend und nicht ein vorgefertigter Plan, der nicht den Rhythmus des Kindes berücksichtigt.
Und auch wenn unser Baby nachts lange geschrien hat, wird es morgens wie immer wach werden.
Erinnert ihr euch? Im ersten Jahr sind unsere Kinder noch eher nach der inneren Uhr getaktet und erst später greift das „länger wachbleiben=morgens länger schlafen“-Prinzip. Das heißt eure Kinder sind morgens eh fit. Wir Eltern sind gerädert, weil unsere beiden Schlafprozesse schon längst synchronisiert sind (ok waren…) und da hilft auch kein Sonnenstrahl am Morgen. Wenn die Nacht lang war, sind wir eben gerädert. Solltet ihr also das unaussprechliche Glück haben, das eure Kinder morgens mal länger schlafen und ihr mit liegen bleiben könnt … dann macht das !!!

Sehr selten sind Kinder beim Schreien so wütend, dass sie vor Wut würgen oder erbrechen. Dann sollten Sie Ihr Kind umziehen ohne das Erbrechen zu kommentieren und mit dem Plan weitermachen (sonst könnte Ihr Kind lernen, das Erbrechen als Druckmittel einzusetzen.)
Eigentlich muss ich jetzt kotzen, das ich sowas überhaupt lesen musste!!!
Warum die Kinder schreien, haben wir ja schon ein wenig aufgeklärt. Und ja manchmal gibt es Nächte, da wissen wir nicht was los ist und finden es auch nicht heraus. Da hilft nur Ohren zu und durch.
Aber wenn unser Kind sich vor lauter weinen und schreien erbricht (selbst wenn es tatsächlich aus Wut passiert – später wenn sie älter sind, ja dann können sie auch mal vor Wut so in Rage geraten das sie kotzen müssen) dann hat da im Körper ja was stattgefunden, um das ich mich zu kümmern habe. Es kann dann nicht nur mit dem „saubermachen“ getan sein. Denn hat mein Kind erst mal gebrochen, dann fühlt es sich danach entsprechend schlecht. Dann geht es in diesem Moment auch gar nicht mehr darum, wie es dazu gekommen ist. Dann geht es meinem Kind wirklich nicht gut und dann hat es meine elterliche Fürsorge nötig und verdient. Ihr glaubt doch nicht wirklich, das zu Kotzen so ein erstrebenswerter Zustand ist, das unsere Kinder ihn bewusst für sich nutzen. Really?!?
Also bitte … wenn ihr erschöpft seid … einfach nicht mehr könnt, weil ihr echt nicht erwartet habt das es so hart sein wird … dann haltet nicht auch noch an Vorgaben fest, die euch das Leben noch schwerer machen. Sucht euch Hilfe bei Leuten, die sich damit auskennen und die vor allen Dingen auch euch die nötige Empathie entgegenbringen.

Meine Kolleginnen und ich sind für euch da!!!

07 Jun

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